Peter Schilling

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Peter Schilling sounds back

und die Frage: Was erwarten Sie von einem Welthit-Überflieger der 80er?

23 Jahre sind seit "Major Tom" vergangen. Gefühlte Dauer: Gerade einmal ein paar Tage könnte es erst her sein, wenn man bedenkt dass die Nummer noch heute in aller Ohren ist ... eine halbe Ewigkeit muss es aber wohl eher sein, weil sie - einmal um die Welt inkl. USA-Charterfolg - inzwischen zum Evergreen eingestuft wurde. Wenn Peter Schilling im Jahr 2006 mit einem neuen Album zurückkommt - was erwartet dann der geneigte Hörer? Einer Umfrage nach einem Konzert vor 3000 Zuschauern zufolge "gern zeitgemäße Pop-Musik, jedoch nicht ohne den entscheidenden Kick Schilling". Ferner war zu hören, man wünsche ihn sich mehr lebensbezogen, nicht aber ohne seine intelligenten Texte. Die technokratischen Weissagungen der 80er in "Die Wüste lebt" oder "Terra Titanic" seien schließlich vielmehr längst Wahrheit geworden. Am Leben entlang sollte es sein..." Um noch ein Beispiel zu geben: Auch der "Mehrstimmige Sound vom Feinsten mit enormer Live-Präsenz" sollte richtungweisend sein für das Team um den Künstler und Produzenten. Schilling selbst wollte von den Erhebungen vor der Produktion nichts wissen. Intimste kreative Prozesse würden so nur unnötig ferngelenkt - so seine Meinung. Wie seinerzeit 1983 in einem unscheinbaren Appartment in Stuttgart nach harter Arbeit, eiserner Disziplin und vor allem mit dem entscheidenden Quäntchen "Anders als gewöhnlich" ein Welthit eingespielt wurde, wollte der Handmade-Music-Liebhaber auch heute wieder im abgeschotteten Studio verharren, bis er mit dem Ergebnis seiner musikalischen Kreativ-Tour zufrieden war. Vielmehr war er aber der erste, der nach Fertigstellung den Fragebögen auf den Grund ging. Seine Frage, ob die Erwartungen erfüllt wurden, mögen nun bitte Medien, Freunde seiner Musik und diejenigen, die offen dafür sind, beantworten.

Mit "Das menschliche Prinzip" holt uns Peter Schilling musikalisch dort ab, wo wir ihn vor über 20 Jahren eingegliedert haben. Alterstechnisch gerade zu den so genannten "Best agers" gehörend, gibt er zwei sich auseinanderdividierenden Menschen inmitten der ersten Single-Auskopplung, der Ballade "Es gibt keine Sehnsucht" oder des Up-Tempo-Titels "Du bist..." eine ganz persönliche Philosophie mit auf den Weg, nämlich, dass jede Aufgabe des Lebens die Chance zur Weiterentwicklung in sich birgt.

Ob er Straßen-Café-Flair in "Ein Tag in der Stadt" musikalisch detailgetreu einfängt, mit dem Titelsong "Das Prinzip Mensch" dem Geheimnis aller menschlichen Strukturen versucht, auf die Spur zu kommen oder in philosophischer Höchstform in "100 Stufen (2005)" mit auf den Weg gibt, dass es einem jeden von uns den größten Mut abverlangt, sich psychologisch gesehen auf die längste, gleichwohl aber auch spannendste Reise, nämlich zu sich selbst zu machen: Peter Schilling hat zugelassen, neben aller Kreativität, eine ganz persönliche Stärke, seine Sensibilität, in all seinen Titeln offen zu legen. Vielleicht ist es das, was uns glauben lässt, beim Hören in direkter Kommunikation mit dem Storyteller Schilling zu sein.

Als Cover von "Das Prinzip Mensch" empfängt uns ein unbefangener Junge, Peter Schilling als zehnjähriges Kindermodel, dessen offener Blick uns nicht minder in den Bann zieht. Das Foto zwar schon lange im Archiv unter der Rubrik "Erinnerung" in Ehren gehalten, schließt damit für den Hörer heute den Kreis, und gibt dem kleinen Peter Schilling von damals, der mit ungeheurer Disziplin und Aufrichtigkeit schon in den 60er Jahren den Wunsch pflanzte und bis dato nie von seinem Ziel abrückte, sich musikalisch mitteilen zu dürfen, ein Gesicht.

Gerade 50 Jahre alt geworden, ist Peter Schilling "näher denn je bei sich selbst angekommen". Keine Kompromisse, die beruflich ein Rückschritt sein könnten - so lautet die Devise. Das Ergebnis heißt "Das Prinzip Mensch".

Schillings Partner waren wieder einmal begeistert ob der melodischen Fülle und des dramaturgischen Bogens, den der Wahl-Münchner in seine Titel gepackt hat.

Zeitweise fragil in der Formulierung, mit bloßen Worten kaum bis gar nicht zu berühren, kurz darauf wieder messerscharf auf den Punkt gebracht - Peter Schilling hat den Bogen gespannt von zeitgemäßer Popmusik mit unaufdringlichen 80er-Elementen bis hin zu emotionalen Texten mit einem nicht unerheblichen Einblick in sein eigenes Seelenleben. Während seine Stimme schon früher eine besondere Form der Magie erzeugte, legt er nun noch einmal nach; Experimente inklusive. So bugsierte er das Mikro für eine Sequenz der Produktion einfach kurzerhand in die Tiefgarage, um den Sound zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Informationen zu Peter Schillings Buch "Lustfaktor Wellness - Das Wohlfühlmanagement für den Mann" finden Sie auf http://www.peterschilling.com


Homepage
www.peterschilling.com

 
Foto: Joachim Rolff